Freitag, 21. Dezember 2012

Aufgewachsen bei meinem homosexuell lebenden Vater


Ein Interview mit Dawn Stefanovicz

Catholic World Report


Die „gleichgeschlechtliche Ehe“ ist Ausgangspunkt kontroverser Diskussionen und wird in den Medien ausführlich behandelt. Im Eifer des Gefechts wird jedoch oft ein zentraler Punkt übersehen, meint die kanadische Publizistin Dawn Stefanowicz: Welchen Einfluss hat das Aufwachsen in einem gleichgeschlechtlichen Elternhaus auf die Kinder?

Dawn wurde in Toronto geboren. Ihr Vater, ein erfolgreicher Geschäftsmann, war schon in jungen Jahren homosexuell aktiv. Da er sich Kinder wünschte, schloss er eine Ehe, aus der Dawn und zwei Söhne hervorgingen, einer davon ist ihr Zwillingsbruder. Nachdem Dawns Mutter mit ihr und ihrem Bruder schwanger geworden war, beendete der Vater seine sexuelle Beziehung zu seiner Frau und unterhielt homosexuelle Beziehungen an allgemein bekannten Schwulentreffpunkten in Kanada und USA. Zu vielen dieser Plätze nahm er Dawn schon als Kind mit. Zahlreiche schwule Liebhaber brachte der Vater auch mit nach Hause. Er starb mit einundfünfzig Jahren an AIDS.

Heute lebt Dawn in Ontario in Kanada. Sie setzt sich öffentlich für das Recht des Kindes ein, in Familien mit Vater und Mutter, die zudem miteinander verheiratet sind, aufzuwachsen. Entschieden verteidigt sie die Ehe als die Verbindung zwischen Mann und Frau.

Dawn ist seit 28 Jahren verheiratet und hat mit ihrem Mann zwei heranwachsende Kinder. 2007 veröffentlichte sie ihr Buch Out from Under – The Impact of Homosexual Parenting, in dem sie über ihre Erfahrungen des Aufwachsens in der GLBT-Welt berichtet. [GLBT: Gay, Lesbian, Bisexual, Transgender; deutsch: Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender.]


Warum haben Sie sich entschlossen, Ihre Geschichte des „Aufwachsens in der Schwulen-Lesben-Bisexuellen-und-Transgender-Welt“ öffentlich zu machen?

D. Stefanowicz: Ich fühlte mich dazu verpflichtet. 2004 sprach ich in Ottawa öffentlich vor dem kanadischen Senatsausschuss für Rechts- und Verfassungsfragen. Ich forderte dort, die „sexuelle Orientierung“ nicht der bestehenden Gesetzgebung über Hassdelikte (hate crime) hinzuzufügen, weil das zu einer Einschränkung der Rede- und Religionsfreiheit führt.
Im selben Monat erzählte ich auch vor einem Schulausschuss meine Geschichte. Als ich zu reden anfing, begannen sofort schwule Aktivisten, die man mit Bussen herangebracht hatte, mich so anzubrüllen, dass man nicht mehr hören konnte, was ich sagte. – Ich mag den Ausdruck „gay“ („schwul“) nicht, aber er ist heute üblich, so gebrauche ich ihn. – Ein halbes Dutzend Mal wurde ich unterbrochen. Ich bangte um meine Sicherheit und musste einen Wachmann bitten, mich zum Auto zu begleiten. Zuhause begann ich, mein Buch zu schreiben. Ich wollte meine Erfahrungen, wie ich in einem gleichgeschlechtlichen Haushalt aufgewachsen bin, anderen mitteilen.

Besonders hat Sie belastet, dass Sie in Ihrer Kindheit und Jugend zuhause keine monogame Beziehung erlebt haben.

D. Stefanowicz: Ja. Nur weil unsere Eltern „verpartnert“ sind, heißt das noch nicht, dass sie monogam leben. Monogamie in der Schwulengemeinschaft bedeutet „serielle Monogamie“, das heißt, man hat einige Monate lang einen Partner und begibt sich dann erneut auf die Suche – oder man lebt in einer längeren Beziehung, hat aber nebenher noch mehrere andere Partner. Studien zeigen, dass die meisten männlichen homosexuellen Beziehungen innerhalb des ersten Jahres zu sexuell offenen Beziehungen werden. Ein kürzlich in der New York Times erschienener Artikel hat das bestätigt: Fünfzig Prozent der gleichgeschlechtlichen „Ehen“ öffnen sich innerhalb des ersten Jahres weiteren Geschlechtspartnern. Mein Vater konnte in einer „festen“, auf Dauer angelegten Beziehung leben, aber es gab die Vereinbarung mit seinem Partner, dass sie auch andere Sexualpartner haben würden.

Mir fehlte in meiner Kindheit und Jugend der engere Kontakt zu gewöhnlichen heterosexuellen Paaren. In unserem Haus gingen die Partner meines Vaters und seine männlichen Freunde ein und aus, und oft musste ich mit zu Treffen der GLBT-Szene. Ich war noch ein Kind, und doch war ich mit offenen sexuellen Handlungen konfrontiert. Zum Beispiel: Als ich etwa neun Jahre war, führte mich mein Vater in einen Sex-Shop in der Innenstadt. Er sagte, er wolle mich mit Sexualität vertraut machen, damit ich nicht prüde würde. – Es war kein Gespür dafür vorhanden, dass Sexualität etwas mit Privatsphäre zu tun hat. Sex war sehr öffentlich, das gehörte zur schwulen Kultur dazu.
Mein Vater nahm mich auch mit, um mir Werke schwuler Künstler zu zeigen, deren Gemälde und Skulpturen offensichtlich Phallussymbole enthielten. Er nahm mich an Nacktstrände mit, wo sich schwule Männer trafen. Er wollte, dass ich mich auch ausziehe, aber das habe ich nicht getan. An diesen Orten waren die Männer mit „Cruising“ beschäftigt, das heißt, sie machten einander sexuelle Angebote. Ganz in der Nähe gab es Bereiche, wo man dann zum Sex hinging. Es war ein Netzwerk: Sollte die Polizei heranrücken, informierte man einander und stoppte alle sexuellen Handlungen.
Es war noch vor dem Zeitalter des Internets, doch hatte die Schwulengemeinschaft bereits ein unglaubliches Netzwerk ausgebaut, um sich über die Treffpunkte zu verständigen, an denen man einen „Quickie“ [schnellen Sex] haben konnte. Das konnten öffentliche Strände, Sporthallen und sogar Parks sein, in denen nebenan Kinder spielten. Mein Vater fuhr zum Cruising an alle möglichen Orte in ganz Kanada. Er reiste dazu auch gerne in die USA; zu seinen Lieblingsstädten gehörten San Francisco, Miami und Fort Lauderdale. Man konnte beim Cruising innerhalb von Minuten jemanden finden und dann irgendwo Sex haben.
In der Nähe seines Büros, in der Innenstadt, unterhielt mein Vater auch ein Apartment, wo er sich mit jemandem für schnellen Sex treffen konnte.
Als ich in der zehnten Klasse war, war ich einmal sehr aufgeregt, weil mein Vater mit in die Schule kam, um mir bei meinem Auftritt in der Musikband zuzusehen. Das hatte er noch nie gemacht. Ich sah dann, wie sich seine Augen weit öffneten, als er all die Teenager-Jungen sah, die auf der Bühne mit mir auftraten. Da wurde mir bewusst, dass er nicht meinetwegen gekommen war, sondern weil er junge Männer abschleppen wollte.

Als Sie älter wurden, hat Ihr Vater Sie auch als „Lockmittel“ benutzt, um junge Männer anzuziehen, mit denen er gerne Sex haben wollte.

D. Stefanowicz: Ja. Er sagte mir, ich solle mich aufreizend anziehen und dieses oder jenes Top tragen, und wir würden Cruising machen. Auch wenn ein Mann sich als schwul bezeichnen mag, wusste mein Vater doch, dass sie attraktive junge Frauen mögen. Es konnte auch eine Möglichkeit sein, um bisexuelle oder heterosexuelle Männer anzulocken.
Mein Vater bevorzugte gut gekleidete, „saubere“, „ordentliche“ Männer, die etwa zehn Jahre jünger waren als er. Es waren immer jüngere Männer, nie gleichaltrige oder ältere. Ich kenne viele schwule Männer, die eine Vorliebe für heranwachsende Jungen haben, für solche, die gerade erst in die Pubertät gekommen sind. Die Männer hielten Ausschau nach Jungen, die keinen Vater hatten und an diesem Punkt verletzlich waren.

Haben Sie nicht protestiert, auf diese Weise von Ihrem Vater benutzt zu werden?

D. Stefanowicz: Ich mochte es nicht, aber ich war hin- und hergerissen. Ich wollte meinem Vater gefallen und Zeit mit ihm verbringen. Letztlich suchte ich seine Liebe und Anerkennung, dass er mich wertschätzt und bestätigt. Doch stattdessen brauchte er meine Bestätigung.  

Ihr Vater brachte auch viele Männer zum Sex mit nachhause.

D. Stefanowicz: Ja. Das gehörte zu meiner Kindheit in einem homosexuellen Umfeld. Es war für Kinder kein sicheres Umfeld. Damals benutzte man noch keine Kondome. Man wusste noch nichts von AIDS. Als ich Jahre später meinem Hausarzt von meinem Aufwachsen erzählte, musste ich dieselben Bluttests machen wie diejenigen, die homosexuelle Beziehungen haben.
In unserem Partyraum wohnten immer wieder verschiedene Männer für eine gewisse Zeit. Als mein Vater etwa 30 war, lebte ein 18-jähriger Künstler bei uns. Mein Vater und er hatten eine sexuelle Beziehung und gingen zum Cruising entweder gemeinsam oder jeder für sich alleine aus. Es konnte auch sein, dass sie dann Männer zum Gruppensex mit nachhause brachten. Ich habe als Kind sehr viel gesehen. Es waren keine schönen Bilder.
Mein Zwillingsbruder hat einmal den Gruppensex beobachtet. Er konnte nicht verstehen, warum Vater andere Männer küssen, aber ihm gegenüber keine Zuneigung zeigen konnte.

Wurden Sie sexuell missbraucht?

D. Stefanowicz: Ich habe Bilder in meinem Kopf, wie ich sexuell missbraucht wurde; ich hatte Alpträume davon. Meine Mutter bestätigte, dass ich als Kleinkind von meinem Vater sexuell missbraucht wurde. Die Bilder in meinem Kopf, in denen mein Vater und andere Männer beteiligt waren, konnte sie aber nicht bestätigen. Andere Menschen, die als Kinder und Jugendliche in homosexuellen Haushalten aufwuchsen, erzählten mir auch, dass sie missbraucht wurden. In einer solchen Umgebung ist das Risiko für sexuellen Missbrauch höher.

Waren die Partner Ihres Vaters nett zu Ihnen?

D. Stefanowicz: Gelegentlich haben sie für mich gekocht, mir bei den Schularbeiten geholfen oder sind mit mir irgendwohin gegangen. Aber sie waren nicht wirklich für mich und meine Brüder da. Sie waren für meinen Vater da. Meine Brüder und ich hatten nicht den Eindruck, dass wir ihnen wichtig waren. Obwohl verschiedene Männer jeweils eine Zeitlang bei uns mitlebten, waren sie doch nie wie ein Elternteil oder ein Familienmitglied für uns.
Ich sollte noch hinzufügen: Mir als Frau brachte man gar keine Wertschätzung entgegen, ich fühlte mich weder verstanden noch geliebt. Es war eine erniedrigende Umgebung. In Bezug auf Geschlecht und Geschlechtsidentität gab es viel Verwirrung. Mein Vater zog sich manchmal Frauenkleider an. Es konnte auch sein, dass einer der Freunde meines Vaters eine „Pseudo-Frauen“-Rolle einnahm.

Sie sind viel mit dem Tod in Berührung gekommen.

D. Stefanowicz: Ja. Einige der Freunde meines Vaters haben Selbstmord begangen. Andere sind an AIDS gestorben. Ich habe selbst miterlebt, wie mein Vater an AIDS gestorben ist.

Wo war Ihre Mutter die ganze Zeit?

D. Stefanowicz: Seit dem Alter von 18 hatte meine Mutter schweren Diabetes. Sie war eine schwache Person. Sie war verletzt und einsam. Sie protestierte nicht offen gegen das, was vor sich ging. Sie sah die Dinge und ging ihnen aus dem Weg. Wegen ihrer Krankheit und ihrer Passivität musste ich als Kind mit acht Jahren schon viel Verantwortung tragen. Das meiste am Kochen und Putzen musste ich übernehmen.
Als meine Eltern heirateten, hatte mein Vater von Anfang an nicht vor, meiner Mutter treu zu sein. Er hatte sie geheiratet, weil er Kinder wollte. Nachdem meine Mutter mit meinem Zwillingsbruder und mir schwanger geworden war, war ihre sexuelle Beziehung zuende.
Meine Mutter schloss sich meinem Vater an, wenn er in die Szene ging. Während meiner Teenagerzeit ließ sich meine Mutter auch mit einer Frau ein. Ich weiß noch, dass die Partner meines Vaters meiner Mutter die Haare frisierten, sie kämmten und ihr die Lockenwickler eindrehten.

Haben Sie Ihren Vater gehasst?

D. Stefanowicz: Nein. Ich habe ihn immer geliebt – auch wenn das, was er tat, eine riesige Belastung für mich war und mir Einsamkeit und Alpträume bescherte. Ich war zornig auf ihn, weil er seine Bedürfnisse über die meinen stellte. Ich hatte das Gefühl, dass immer die Gefahr bestand, dass er mich fallen ließ – so wie er so viele seiner Partner fallen ließ. Ich suchte seine Liebe, doch er konnte mir keine Zuneigung geben.
Als er im Sterben lag, habe ich sehr für ihn gebetet. Ich wollte ihm vergeben und in Frieden mit ihm sein. Ich habe ihm vergeben.

Wie ging es ihm in seinen letzten Jahren?

D. Stefanowicz: Er hatte Schwierigkeiten beim Laufen, so dass es schwer für ihn war, in die Cruising-Gebiete zu gelangen. Als Folge von AIDS hatte er violette Flecken in seinem Gesicht und an seinem Körper. Er versuchte, sie mit Kosmetik, langen Ärmeln und langen Hosen zu verdecken. Er verlor an Gewicht und auch an Energie. Er wusste, dass er einer schwierigen Zeit entgegensah.
Er war einsam, und ich war weiterhin für ihn da, um ihm zu sagen, dass ich ihn lieb habe. Manchmal wollte er nichts mit mir zu tun haben. Doch mit der Zeit wurde er weicher. Er erzählte mir von seinem Gefühlschaos. Er war als Kind sexuell missbraucht worden; sein Vater war ein gewalttätiger Alkoholiker. Mit fünfzehn floh er von zuhause. Das half mir, ihn zu verstehen und ihm zu verzeihen. Ich wusste, ich würde erst frei sein, wenn ich ihm verziehen hatte.
Allerdings empfand ich noch immer Abneigung gegenüber den Partnern meines Vaters, besonders gegenüber dem letzten. Er und mein Vater lebten eine vierzehnjährige „offene“ Beziehung. Meine Mutter war nicht da; er war Vaters Pfleger. Er wusste: Wenn mein Vater stirbt, kommt er an seinen Besitz, und Vater war ziemlich vermögend. Keiner von Vaters Partnern war zu mir wie ein Adoptivvater. Ich hasste es, dass mein Vater so viel Zeit mit seinen Liebhabern verbrachte statt mit mir. Sein letzter Partner starb 1996 an AIDS.
Am Tag, bevor mein Vater starb, war ich noch bei ihm. Er war mit Medikamenten vollgepumpt und hatte große Schmerzen. Er konnte mich fast nicht erkennen. Ich hielt seine Hand. Vater sagte zu seinem Partner: „Sag ihr, dass ich sie lieb habe.“
Mir fiel auf, dass Vater ein Bild mit einem Segelboot auf einem ruhigen Meer, das ich ihm vor vielen Jahren gekauft hatte, aufgehoben hatte. Es freute mich, dass er es aufbewahrt hatte. Es zeigte, dass es ihm etwas wert war. Ich betete, dass Vater den auf dem Bild dargestellten Frieden finden würde.

Wie haben Sie als Erwachsene die negativen Erfahrungen Ihrer Kindheit und Jugend verarbeitet?

D. Stefanowicz: Als ich 30 Jahre war, begann ich eine dreizehn Monate dauernde Therapie. Jahrzehntelang hatte ich innere Unsicherheiten, Depressionen, Schlaflosigkeit und sexuelles Chaos durchgemacht. Zu meiner Genesung gehörte, mich der Realität zu stellen und Vergebung zu gewähren.

Wie wurde Ihr Buch aufgenommen?

D. Stefanowicz: Viele unterstützen es. Mehr als 50 Personen, die als Kinder oder Jugendliche in gleichgeschlechtlichen Elternhäusern aufgewachsen sind, haben Kontakt zu mir aufgenommen. Sie bestätigten meine Erfahrungen.
Männer, die in einem homosexuellen Lebensstil leben, schrieben mir, dass sie nach Antworten suchen. „Wie kann ich die schwule Welt verlassen?“, fragen sie, „ich habe keine Unterstützung durch Familie oder größere Gemeinschaft, die ich doch bräuchte!“ Sie suchen nach Liebe, Mitgefühl und Unterstützung. Ich sage ihnen, dass sie nicht denselben Weg gehen müssen wie mein Vater.
Diese Männer erzählen mir auch, dass sie an niemanden weiter gedacht haben, wenn sie sexuell mit anderen Männern aktiv waren. Sie haben ihre Verhaltensweisen nicht als etwas gesehen, das andere verletzt. Sie haben ihr Vergnügen genossen, und die Konsequenzen ignoriert.

Was sagen Sie Ihren Kritikern?

D. Stefanowicz: Viele lassen sich durch die gesellschaftliche Anerkennung der Homosexualität täuschen. Sie denken nicht über die langfristigen Auswirkungen auf Kinder nach.
Wenn Kritiker gemein sind, antworte ich nicht. Wenn sie mich mit Respekt behandeln, tue ich das auch. Ich erzähle ihnen, dass mein Vater nie glücklich geworden ist. Ich lasse sie wissen, dass ich mich für sie interessiere, dass ich ihre Lage verstehe und mit ihnen fühle. Ich sage ihnen, dass sie eine Unterstützer-Gruppe brauchen, in der sie ehrlich sein können, Vergebung suchen und Erlösung in Christus finden können. Wenn wir Christus anderen bezeugen, werden sie zu ihm hingezogen.

Manche Kritiker sagen, dass nicht alle homosexuell lebenden Männer so promisk leben wie Ihr Vater.

D. Stefanowicz: Das stimmt. Doch wenn man sich mit der Schwulengemeinschaft einlässt, ist das Risiko höher, dass man mit vielen Partnern sexuelle Beziehungen hat. In der Tat verweisen Studien auf eine hohe Promiskuitätsrate bei Männern, die Sex mit Männern haben. Ebenso ist die Rate sexuell übertragbarer Krankheiten bei Männern, die Sex mit Männern haben, auch weiterhin sehr viel höher. Vater war nichts Besonderes in Bezug auf sein Cruising. Es gibt viele homosexuell lebende Männer, die viel Energie haben und schnelle Liebesabenteuer schätzen.

Sie standen in Kontakt mit der katholischen Organisation „Courage“, die Menschen mit ungewünschten homosexuellen Neigungen Unterstützung anbietet.

D. Stefanowicz: Ja. Der Mitbegründer, Pater John Harvey, war mir eine unglaublich große Hilfe. Er nannte mich eine mutige Frau, weil ich meine Geschichte erzählt habe.

Was halten Sie von den Kampagnen, die „gleichgeschlechtliche Ehe“ anzuerkennen?

D. Stefanowicz: Ich habe vor gewählten Amtsträgern in Kanada, den USA und anderswo ausgesagt. Ich spreche kurz meinen eigenen Lebensweg an und sage dann, dass die „traditionelle“ Ehe, also die Verbindung zwischen Mann und Frau, aus historischer wie aus religiöser Sicht von hoher Bedeutung ist. Sie ist das Bindemittel, das unsere Kultur und unsere Gesellschaft zusammenhält. Sie bietet den Raum, in dem Kinder in einer sicheren Umgebung am besten groß werden können.
Themen, über die ich spreche, sind die Monogamie, und die hohe Bedeutung, die es für Kinder hat, mit Vater und Mutter aufzuwachsen und Verbindung zu ihrer biologischen Verwandtschaft zu haben. Unsere Identität, unsere Geborgenheit und unser Wissen um unsere Herkunft kommen daher, dass wir unsere Mutter und unseren Vater kennen. In homosexuellen Verbindungen geht das verloren.
Jedes Kind möchte bei seinen biologischen Eltern aufwachsen und wünscht sich, dass diese einander treu sind. Kinder wollen nicht die gewaltige Belastung, bei Eltern aufzuwachsen, die ihre sexuellen Vorlieben an die erste Stelle setzen. Drei Jahrzehnte lang habe ich erlebt, wie mein Vater eine Beziehung nach der anderen einging. Das stand bei ihm an erster Stelle. In einem solchen Umfeld können die seelischen, beziehungsmäßigen und religiösen Bedürfnisse eines Kindes nicht gestillt werden.

Wie gesagt – ich war als Kind hin- und hergerissen. Sollte ich die unmoralischen Sachen tun, die mein Vater von mir verlangte? Wie kann ich meinen Vater in einer solchen Umgebung achten? Was ist mit meinen eigenen Bedürfnissen? Spielen meine Gefühle keine Rolle, nur die meines Vaters und seiner Partner?
Kinder interessieren sich nicht dafür, ob die Welt „schwul“ und wohlwollend ist. Sie wollen einfach Zeit mit ihren Vätern verbringen. Sie brauchen ein stabiles Elternhaus mit Vater und Mutter, die miteinander verheiratet sind. Sie brauchen eine Umgebung und eine Schule, in denen man gemeinsame Werte teilt. Und sie brauchen ein religiöses Fundament. Für diese Ansichten werde ich zwar von Aktivisten angegriffen, doch ich hasse sie nicht. Mir geht es um die Kinder.

Ich bin in der Schwulen-Lesben-Bisexuellen-und-Transgender-Welt geboren und aufgewachsen. Mich davon zu befreien, war ein einsames Unterfangen. Aber ich habe dadurch eine Freiheit und Freude erlangt, die ich gerne an andere weitergeben möchte.


Ins Deutsche übertragen und mit Erlaubnis von Dawn Stefanovicz leicht gekürzt.





Kommentare:

  1. Die Geschichte ist sehr erschreckend. Allerdings finde ich es eine Frechheit, alle Homosexuellen derart über einen Kamm zu scheren. Ich bin mir sicher, dass es (leider) auch heterosexuelle Eltern gibt, die ihre sexuellen Vorlieben vor die Bedürfnisse ihres Kindes stellen, nicht monogam leben und ihre Kinder sexuell missbrauchen. Das soll natürlich keine Verteidung dieser Verhaltensweise sein.
    Nur ist die Welt nicht immer so schwarz-weiß wie wir sie gerne hätten.

    Ich selbst bin homosexuell und lebe seit drei Jahren mit meiner Partnerin zusammen und wir führen eine monogame Beziehung. Wir haben zwar keine Kinder, aber sollte dies eines Tages der Fall sein, dann werden wir sie ganz sicher mit viel Liebe behandeln.

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    1. Man sollte Fakten sprechen lassen.

      Die schwule Webseite queer.de, gewiss nicht der Homophobie verdächtig, thematisierte ganz offen in diesem Artikel „Mehr Spaß am Seitensprung!“ die homosexuelle Promiskuität: „Nach der so genannten Bochow-Studie von 2003, der regelmäßig von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Auftrag gegebenen Umfrage über die schwule Presse, steht das ‚Fremdgehen’ in jeder zweiten schwulen Beziehung auf der Tagesordnung. Die Universität im kanadischen Windsor fand sogar heraus, dass drei Viertel aller homosexuellen Männer in einer mindestens einjährigen Partnerschaft Sex außerhalb der Beziehung erleben. Je länger eine schwule Beziehung dauert, desto häufiger wird nämlich ‚fremdgegangen’: Bei über vierjährigen Partnerschaften leben sogar drei von vier schwulen Paaren nicht monogam, sagt die Bochow-Studie.
      http://www.queer.de/detail.php?article_id=1962

      Die HuK (Homosexuelle und Kirche) publizierte 1999 auf ihrer Webseite einen Bericht vom Kirchentag, der inzwischen nicht mehr auf ihrer Webseite zu finden ist. Dort heißt es: „Christlich gelebte Promiskuität … bedeute, bei sexuellen Abenteuern oder in offenen Beziehungen allen PartnerInnen gerecht zu werden und verantwortlich miteinander umzugehen.“ http://www.webcitation.org/5uIxvTRoq

      Bei dem bekannten schwulen Blogger Steven Milverton kann man zur Treue lesen: „Untreu würde ich meinem Mann, wenn ich zuließe, dass ein anderes Leben, ein Hobby, mein Beruf, die Rolle des wichtigsten in meinem Leben einnehmen würde. Der Gebrauch eines anderen Körpers für sexuelle Zwecke hingegen hat mit dieser Art Wichtigkeit nichts zu tun.“
      http://www.stevenmilverton.com/2009/08/19/treue/

      Und auf die Frage des STERN „Was halten Sie von Treue?“ antwortete der homosexuell lebende Vorkämpfer für „Homo-Ehe“ und Adoptionsrecht MdB Volker Beck: „Ich finde, es kommt auf soziale Treue an.“ Im Klartext: sexuelle Treue ist out. In einem 1991 publizierten Buch ließ Beck keine Zweifel darüber aufkommen, was „Homo-Ehe“ bedeutet: „Wenn man hofft, die Schwulen zu treuen Ehepartnern zu machen, muss und wird die schwule Beziehungsrealität den Gesetzgeber enttäuschen. (…) Offensichtlich ist für viele Paare ’ihre Sexualität mit Dritten auszuleben, ein wichtiger Faktor in der Aufrechterhaltung der Partnerschaft.’ (…) Eine positive rechtliche Regelung homosexueller Lebensgemeinschaften käme diesem Wusch nach einer gesellschaftlichen Einbindung auf der politischen Ebene entgegen, ohne dass dem Gesetzgeber dafür eine Verhaltensänderung im Sinne abnehmender Promiskuität angeboten werden könnte.“
      http://books.google.de/books?id=kSmy9vuQQUEC&pg=PA61&lpg=PA61&dq=%22Wenn+man+hofft,+die+Schwulen+zu+treuen+Ehepartnern+zu+machen%22&source=bl&ots=jOCnRggOzd&sig=e01PSHz8ji_H86iVB-JufEUjDAg&hl=de&ei=p2FBTbPyN8zCswaCpommDg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CB8Q6AEwAQ#v=onepage&q=%22Wenn%20man%20hofft%2C%20die%20Schwulen%20zu%20treuen%20Ehepartnern%20zu%20machen%22&f=false

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  2. Nein, bestimmt soll man "Homosexuelle nicht über einen Kamm scheren". Doch die vorherrschende Promiskuität in homosexuellen Kreise ist eine Tatsache, die Homosexuelle selbst nicht bestreiten. Vor allem ephebophile Schwule haben gar keine andere Alternative, als alle paar Jahre ihre Partner auszuwechseln. Pädophilie und Ephebophilie sind sexuelle Verirrungen, die in Kreisen homosexueller Schwule weit häufiger vorkommen als unter Heterosexuellen. Seitdem Ephebophilie faktisch straffrei gestellt wurde, ist die Zahl der Kriminalfälle erwartungsgemäß drastisch zurückgegangen, wer sich aber bei Pornohändlern umsieht, wie bei dem Marktführer Gmünder Verlag, wird feststellen, daß es vor allem für ephebophile Pornographie, die nur schlecht als solche getarnt wird (die entsprechenden Sexobjekte sind immer knapp über 18 offenbar einen lukrativen Markt gibt. Im Bereich der pädophilen Kriminalität sind Schwule weit überrepräsentiert. Ein Viertel aller Straftaten haben nach der offiziellen Statistik der BKA einen bi- oder homosexuellen Hintergrund.

    Ich hatte mit 19 einen homosexuellen ephebophilen Freund. Wir haben offen miteinander gesprochen. Es war klar, daß unsere Beziehung nicht lange dauern würde. Ich habe sie dann beendet. Mir war klar, daß ich so nicht leben wollte. Ich wollte eine Familie und Kinder. Ich bin seit 40 Jahren glücklich verheiratet mit einer Frau.

    Ephebophilie oder Pädophilie ist bei Lesben nur selten ein Problem. Aber auch mit diesem Problem bin ich in meinem Beurf - ich bin Strafverteidiger -schon konfrontiert worden. Ich befürchte, daß es da eine große Dunkelziffer gibt. Aber es gibt ein anderes Problem: ihr haltet Euch für berechtigt, "Kinder zu machen". Und lasst damit ein Kind bewußt und gewollt ohne Vater aufwachsen. Auch das ist Kindesmißbrauch.

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  3. "Pädophilie und Ephebophilie sind sexuelle Verirrungen, die in Kreisen homosexueller Schwule weit häufiger vorkommen als unter Heterosexuellen. "
    Das ist absolut falsch. Alle Statistiken sagen ganz klar , dass Pädophilie eher unter heterosexuellen vorkommt und die meisten Fälle heterosexuellen Hintergrund haben. Zumal haben es heterosexuelle auch schwerer an Sex zu kommen , was Missbrauch noch wahrscheinlicher macht. Zudem leben sehr viele heterosexuelle Menschen promisk. Viele sprechen nicht darüber , aus Angst stigmatisiert zu werden. In Ländern in denen Postitution illegal , ist es sehr schwer für heterosexuelle sich auf STD's testen zu lassen .Prostitution kommt überwiegend bei heterosexuellen Männern &Frauen vor. Gerade heterosexuelle Singles haben es oft sehr schwer Zärtlichkeiten mit einer Frau auszutauschen. Im Internet findet man mehr Portale über Prostitution als über heiraten . Tausende heterosexuelle Mitglieder tauschen sich auf über 100 Portalen über Prostitution aus , laden Sexbilder mit der Prostituierten hoch oder tasuchen Adressen und die Information wie viel man für Sex zahlen muss bei der und der Frau. AO-Sex ist vielen Medizinern unbekannt. Viele heterosexuelle haben Angst zuzugeben , dass man AO-Sex tut , also heterosexuellen Barebacksex. Veranstalteter Gruppensex bei heterosexuellen ohne Kondom ist längst Alltag. Immer mehr Kinder werden von heterosexuellen Eltern weggenommen , weil die Kinder verwahlosen http://www.dw.de/deutschlands-verwah...der/a-17031051. Manche konservative missbrauchen Ihre Kinder psysisch , in dem nan den Kindern einredet Sex sei böse oder zwingt die Kinder zu Religion http://www.spiegel.de/schulspiegel/polizei-holt-28-kinder-aus-christensekte-zwoelf-staemme-a-920586.html. Konservative Einrichtungen waren bisher eher von Kindesmissbrauch betroffen ,als liberale.

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  4. "Ephebophilie" ist wieder eines jener schwammigen großen Wörter. Es ist nicht einmal klar, ob es eine Störung ist. Und ab wann ist man ebephobil? Wenn man sich dauernd in 20jährige verliebt? Oder einmal? Und wenn man selbst schon 25 ist? Oder schon 30??
    Das Interview zeigt natürlich krass, wie scheiße der sogenannte "gay lifestyle" oder die "schwule Kultur" sein kann. Und der sicher früher noch krasser war. Aber das hat nichts mit der Homosexualität der Menschen an sich zu tun, sondern eher, dass diese Menschen so traumatisiert durch ihre Umwelt waren, sich selbst hassten etc. Problembeladene Heterosexuelle zeigen ja ähnliche Verhaltensweisen. Und in (Hetero-)Ehen läuft alles monogam und proper? Das ich nicht lache. Die ganzen verwahrlosten, missbrauchten etc Kinder heutzutage kommen ja naturgemäß fast nur aus Ehen/Hetero-Beziehungen! Das hier die junge Frau überhaupt in diese "Familienkonstellation" kam (eine familiäre Atmosphäre hat ja da sicher nicht geherrscht) geriet, ist ja eher sehr ungewöhnlich, besonders für die damaligen Zeiten. Sie hat volles Recht, ihrem Vater seinen Lebensstil und seine Verfehlungen vorzuwerfen, aber nicht, deshalb generell gegen homosexuelle Menschen zu hetzen. Übrigens wird in der Hetero-Medienpropaganda doch genauso Seitensprung doch schon immer irgendwie propagiert. Wobei die Homo-Medien da schon ärger sind, und das die HuK das auch tat, schockiert mich. Queer.de ist ja meistens reines Geschwafel. Die homosexuellen Menschen sollten sich echt etwas zusammenreißen, irgendwie sind sie ja heutzutage in Deutschland selbt schon oft ihr ärgster Feind. Aber Heteros sind doch wirklich oft nicht weniger gestört in ihrem Beziehungsleben. Aber sie sind halt keine Minderheit, über die dauernd Studien gemacht werden und die sich rechtfertigen müssen etc.

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