Montag, 1. Oktober 2012

Ist das GenderKompetenzZentrum Opfer von Harald Eias "Gehirnwäsche"?


Zuerst nur von der Bloggerszene wahrgenommen und lebhaft diskutiert, hat es die spannende Geschichte von Harald Eia und seinem genialen Coup gegen Gender Mainstreaming mit dem Interview in der FAZ nun endlich in die deutsche Presse geschafft. Der deutsche Leser vernimmt erstaunt, dass ein norwegischer Komiker mit einer Fernsehdokumentation eine landesweite Debatte über die Gendertheorien in Norwegen auslösen konnte.

Der norwegische Wissenschaftsjournalist Bjørn Vassnes hatte berichtet, dass einige Interviews, die Harald Eia für seine Fernsehsendung produzierte, lange vor Ausstrahlung der Serie "Brainwashing" einen derartigen Sturm ausgelöst hatten, dass das ganze Projekt auf der Kippe stand, weil einige Gender-Experten Eia verklagen wollten. Da er aber Norwegens populärster Komiker ist, konnte der TV-Sender NRK keinen Rückzieher mehr machen und so wurde der erste Film über Gender Mainstreaming mit einiger Verzögerung und nach heftigen Diskussionen in den Medien am 1. März 2010 ausgestrahlt. Die 7-teilige TV-Serie erreichte die höchsten jemals in Norwegen erzielten Einschaltquoten.

Einige Monate später wurde das in Oslo angesiedelte Nordic Gender Institute plötzlich aufgelöst, bekam keine Fördermittel mehr und wurde umstrukturiert. Eine finnische Professorin für Gender Studies konnte am Ende nur noch feststellen: „Zuletzt bringen wir unsere Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass die Entscheidungsfindung in der Frage so schnell war und dass die Sache nicht transparent gehandhabt wurde.“  

Seltsamerweise gab es im gleichen Zeitraum in Deutschland auch ein Ereignis, das Anlass zur Verwunderung gab: Ministerin Kristina Schröder stellte zum 1. Juli 2010 die Förderung des Genderkompetenzzentrums in Berlin ein, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vollfinanziert wurde und das deutsche Flaggschiff zur Durchsetzung von Gender Mainstreaming war. Der Frauenpolitische Dienst (fpd) berichtete dies im März 2010, als in Norwegen die Gender-Debatte auf vollen Touren lief.  

"Finanzkrise stoppt Gender - eine mittlere Sensation!" freute sich damals Eckhard Kuhla in der Freien Welt. Aus welchen Gründen die Finanzierung gestoppt wurde, erfuhr die Öffentlichkeit nie. Seit August 2010 arbeitet das GenderKompetenzZentrum in Selbstständigkeit, wobei WikiMANNia Unklarheiten über die aktuelle Rechtsform und mangelnde Transparenz hinsichtlich der Tätigkeit dieser Organisation beklagt.

Könnte es sein, dass die Auswirkungen des genderpolitischen Erdbebens in Norwegen sogar noch in Berlin zu spüren waren und dazu führten, dass dem Genderkompetenzzentrum der staatliche Geldhahn abgedreht wurde? Dies herauszufinden, wäre eine schöne Aufgabe für all die fleißigen Blogger, die dafür gesorgt haben, dass die Geschichte von Harald Eia ans Licht gekommen ist.

Übrigens: Von 2003 bis 2010 war Susanne Baer Direktorin des GenderKompetenzZentrums. Heute ist die bekennend lesbisch lebende Feministin Richterin am Bundesverfassungsgericht. WikiMANNia äußert dazu interessante Gedanken: "Wenn sich die Vorgänge in Norwegen bewahrheiten und als belastbar herausstellen, dann ist das eine Grundlage für eine Menge kritischer Fragen auch hier. Und für das hohe Ansehen des Bundesverassungsgerichts, an dem dem Bundestag und den Verfassungsrichtern so gelegen ist, könnte es finster aussehen, wenn Gender Studies als unwissenschaftlicher Schwindel auch in der breiten Öffentlichkeit entlarvt sind, und ausgerechnet Susanne Baer, die Gender Studies in Deutschland eingeführt hat, noch für weitere elf Jahre Verfassungsrichterin ist."